Gynäkomastie

Die weibliche Männerbrust

Nein, es handelt sich nicht um einen Tippfehler. Die Rede ist von Gynäkomastie, die weibliche Brust, die manchmal leider auch Männer befallen kann. Diese Krankheit kommt häufiger vor als man denkt. Jedoch sehen viele Männer keinen Handlungsbedarf, weil entweder die Fettbrust nicht so stark ausgeprägt ist oder weil vielleicht der Gang zum Arzt psychische Hürden mit sich bringt.

 

Das Thema Gynäkomastie ist vielen Männer leider eine peinliche Angelegenheit. Dies ist völlig unbegründet, handelt es sich doch hier um eine Männerkrankheit, die der Mann in den meisten Fällen nicht selber hervorgerufen hat.

 

Bodybuilder häufiger von Gynäkomastie betroffen

Wer schon mal die Lauschthemen von Bodybuildern mitbekommen hat, wird bei dem einen oder anderen auch mal das Thema „Bitchtits“ mitbekommen haben. Dies ist der vulgäre Ausdruck für die weibliche Männerbrust.

Warum sind Männer, die Muskeltraining betreiben häufiger von dieser Erscheinung betroffen als der Rest der Männer?

 

Nun, beim Bodybuilding geht es ja darum, den „Body aufzubauen“ also mit Muskeln zu bepacken. Es stellt sich für viele relativ frühzeitig fest, dass es mit dem Muskelaufbau doch viel zu langsam vorangeht als man sich vorher erdacht hatte. Für viele Muskelfans gibt’s daher nur noch einen Ausweg: Anabolika.

 

Unter den Anabolika wird relativ häufig das extern zugefügte Testosteron eingesetzt. Mit dem Testosteron wird die Proteinbiosynthese beschleunigt, was bedeutet, dass der Muskelaufbau des Körpers stark zunimmt. Neben den vielen anderen Nebenwirkungen von Anabolika ist eben auch die weibliche Männerbrust zu nennen, die dann auftritt, wenn die Einnahme von Testosteron abrupt gestoppt wird. In diesem Falle produziert der Körper für eine gewisse Zeit kein eigenes männliches Hormon mehr, so dass das weibliche Hormon Östrogen im Körperhaushalt überwiegt. Und dieses Hormon ist eben für die Bildung weiblichen Brüsten beim Mann verantwortlich.

 

Wie kriegt man die weibliche Brust wieder weg?

Es gibt zwar gewisse Leute, die behaupten, dass man durch alleiniges spezielles Training von Gynäkomastie wieder weg kommt, jedoch klappt dies bei den meisten leider eher nicht.

Um überhaupt nicht von Gynäkomastie betroffen zu sein, ist es Bodybuildern anzuraten, im Falle eines Absetzens von Testosteron dies schrittweise mit immer geringeren Mengenzufuhren durchzuführen. Denn auf diese Weise wird der Körper wieder eigenes Testosteron bilden und der Anteil von Östrogen wird gering bleiben, so dass für die Fettbrustbildung die Wahrscheinlichkeit gering ausfällt.

Aber hat man die Gynäkomastie erst am eigenen Leib entdeckt, wird es schwierig. Ohne eine Gynäkomastie OP wird die weibliche Brust immer am Körper bleiben. Mann sollte sich auch darüber im Klaren sein, dass solch eine Operation kein günstiger Eingriff ist. Im Durchschnitt wird man mit ca. 3.000 € rechnen müssen. Je nach Schwere der Operation kann es auch bis zu 4.000 € kosten.

Man sollte auch beachten, dass im Falle eines Bodybuilders die Kosten aller Voraussicht nach selbst zu tragen sind, da man ja diese selbst verursacht hat.

Handelt es sich jedoch um eine Erscheinung, die man nicht selbst verschuldet hat und dies auch nicht bloß eine ästhetische Problematik darstellt, können die Operationskosten auch von Krankenkassen übernommen werden. 

Haarausfall

Haarausfall – Die verbreitetste Männerkrankheit überhaupt

 

Haarausfall ist bei Männern eine recht häufig vorkommende Krankheit. Ca. 50% aller 25 bis 45 Jährigen leiden darunter. Ab 45 sollen bereits 75% davon betroffen sein. Bei diesen Prozentzahlen ist es offensichtlich, dass die Krankenversicherungen die Kosten einer Haarausfallbehandlung nicht übernehmen. Aber die andere Frage ist auch, ob es überhaupt Möglichkeiten gibt, den Haarausfall zu stoppen.

 

Ist Haarausfall eine Krankheit?

Einige behaupten, dass Haarausfall oder auch Alopezie genannt, keine Krankheit ist. Die Frage ist aber, ab wann eine Krankheit als solche definiert werden kann. Es ist sicherlich unstrittig, dass Alopezie keine Schmerzen verursacht und man wird in seinen täglichen Handlungen nicht beeinträchtigt. Aber muss eine Krankheit mit physischen Schmerzen verbunden sein?

 

Bei Depressionen wird keiner von körperlichen Schmerzen heimgesucht. Aber dennoch ist solch eine Person als krank zu kennzeichnen, denn die Lebensqualität ist stark gesunken.

Dies ist bei Haarausfall-Befallenen nicht anders. Auch sie werden geplagt von psychischem Leid, denn ein Kopf mit weniger Haaren sieht eben nicht so ästhetisch aus wie ein Vollhaarkopf. Zudem sei auch angemerkt, dass die Gewöhnung daran schwierig ist, denn der Normalzustand eines jeden ist ja der, dass man Haar hat, die dann später ausfallen.

Man verliert also quasi seinen Normalzustand und dies ist, was die seelischen Qualen verursacht.

 

Warum fallen denn Haare aus?

Es ist oft die Rede davon, dass Männer mit Glatze männlicher sein als die mit vollen Haaren. Diese Behauptung rührt von der Überlegung her, dass zu viel Testosteron für die Alopezie verantwortlich ist. Diese Annahme ist nur bedingt richtig. Es stimmt jedoch, dass ein Mann ohne Testosteron keinen Haarausfall mehr bekommt. Aber auch nur deswegen, weil dieses Testosteron nicht in Dihydro-Testosteron (DHT) umgewandelt werden kann. Denn nur dieses DHT ist für den Haarausfall verantwortlich.

 

Interessanterweise ist es aber so, dass die Haare direkt über den Ohren und im unteren Hinterkopf diesem DHT gegenüber immun sind. Dennoch kann man viele Fälle beobachten, wo auch die seitlichen und hinteren Haare nicht mehr in ihrer ursprünglichen Üppigkeit erscheinen und zudem auch eine geringere Dichte aufweisen.

So ganz immun scheinen diese Haare also auch nicht zu sein.

 

Es gibt auch eine andere Meinung zu der Ursache von Haarausfall, nämlich die, dass die Haare deswegen ausfallen, weil sie nicht ausreichend mit Blut versorgt werden. Wo kein Blut ist, ist kein Leben, denn das Blut transportiert Sauerstoff und Mineralien. Wenn Haare dies nicht bekommen, ist es klar, dass sie aussterben.

 

Gibt es Mittel gegen Haarausfall?

Wahrscheinlich hat bereits jeder, der von Haarausfall betroffen ist, schon mal versucht, Mittel zu finden, um den Haarausfall zu stoppen. Es gibt auch zwei relativ verbreitete Medikamente gegen Alopezie. Das eine ist Finasterid, das in Propezia vorkommt, das andere ist Minoxidil.

Finasterid soll die Bildung von DHT stoppen, und Minoxidil ist eigentlich etwas gegen Bluthochdruck, aber als Nebenwirkung soll es auch die Blutgefäße erweitern, so dass Haare mit mehr Blut versorgt werden. Ob dem wirklich immer so ist, wie behauptet wird, lässt sich eigentlich einfach ermitteln. Würde es so gut funktionieren, gäbe es deutlich weniger Männer mit Haarausfall.

 

Das letzte Mittel gegen Haarausfall ist wohl die Haartransplantation. Hier werden die Hinterkopf-Haare auf die vorderen, kahlen Stellen transplantiert. Da ja gesagt wird, dass Hinterkopf-Haare nicht von DHT betroffen werden können, müssten diese Haare nach der Verpflanzung auch dort bleiben. Nun, wenn man sich mal Menschen anschaut, die sich solch einer Haartransplantations-OP unterzogen haben, wird man sehen, dass die Ergebnisse teilweise sehr ernüchternd sind.

Bei vielen sehen die transplantierten Haare sehr künstlich aus und seltsamerweise fallen bei vielen diese Haare sogar wieder aus.

 

Also, Vorsicht sei geboten, wenn man diesen Weg beschreiten will. Lassen Sie sich am besten Vorher-Nachher-Bilder zeigen und zwar insbesondere bei den Fällen, wo es nicht so gut geklappt hat. Fragen Sie auch offen, warum es so viele misslungene Fälle von Haartransplantationen gibt. Mit dieser Fragestellung würden Sie auch deutlich machen, dass Sie sich mit diesem Thema beschäftigt haben und über die Problematiken Bescheid wissen.